Digitalisierung in der Pflege

Pflegedienst Bernstein hat sich auf die Fahne geschrieben die Arbeit möglichst zu digitalisieren. Insbesondere in so einer personenbezogenen Dienstleistung wie die Pflege, stellen sich außenstehende häufig die Frage „Was ist eigentlich Digitalisierung in der Pflege?“.

Wie kann ein Pflegedienst digital sein

Wir möchten euch hiermit einen kurzen Einblick darin geben, wie eine solche Digitalisierung aussehen kann und welche Vor-und Nachteile diese birgt. Grundsätzlich stehen wir als Team der Digitalisierung sehr offen gegenüber, da diese ein unglaubliches Zeitersparnis zu der klassischen Papierarbeit darstellt. So arbeiten unsere Pflegekräfte nicht mehr mit Einsatzplanung, die jeden Donnerstag ins Fach gelegt und teilweise täglich aktualisiert und ausgedruckt werden, sondern erhalten Diensthandys, in denen die Einsatzplanung in Echtzeit aktualisiert wird. Dies steigert selbstverständlich die Kundenzufriedenheit und vereinfacht die Arbeit der Mitarbeiter- sowohl in der Verwaltung, als auch in der Tour.

Ein weiterer Aspekt ist die Digitalisierung der Kunden-und Mitarbeiterakten. Schränke mit Papierordnern und riesengroße Archive sind mittlerweile Vergangenheit. Sämtliche Unterlagen unserer Kunden werden digitalisiert und in einer strukturierten Form, in einem dafür vorgesehenen Programm gespeichert. Genauso verhält es sich auch mit Mitarbeiterdaten. Da es insbesondere bei der Abrechnung der Leistungen, sowie der Lohnabrechnung zu etlichen Nachfragen seitens der Krankenkasse kommt, müssen wir als Unternehmen schnell agieren und diese Unterlagen schnellstmöglich zur Verfügung stellen können, damit die entsprechende Abrechnung nicht beeinträchtigt wird. Früher mussten wir dafür Papierberge auseinandernehmen und uns teilweise stundenlang im Keller im Archiv aufhalten. Aktuell sind es zwei Klicks und das PDF geht automatisch per E-Mail an die entsprechende Krankenkasse.

Auch Homeoffice spielt eine große Rolle. Durch eine neu integrierte „Cloud-Lösung“ können unsere Mitarbeiter von jedem Rechner auf der Welt auf ihren Arbeitsplatz zugreifen. Auch die Teamorganisation in einem dafür vorgesehenen digitalen Programm- worauf man von überall Zugriff hat- fördert die Aufgabenverteilung und die Fristenwahrung.

Aus organisatorischer Sicht kann die Digitalisierung somit ausschließlich positiv gewertet werden. Wo wir als ambulanter Dienst allerdings Verbesserungspotentiale sehen ist zum einen die Finanzierung dieser Digitalisierungsmaßnahmen.

Obwohl wir als Unternehmen eine Förderung in Höhe von bis zu 12.000€ für Digitalisierungsprojekte erhalten können, deckt diese Summe nicht mal ein Fünftel der unsererseits in den letzten 1 ½ Jahren investierten Summe. Und eine Refinanzierung durch die Kranken-/bzw. Pflegekassen in vollen Umfang ist nicht vorgesehen. Da wir als ambulanter Dienst in unserer Preisgestaltung allerdings sehr reglementiert sind, können wir diese Kosten somit nicht einmal umlegen- was selbstverständlich nicht erfreulich ist.

Ein weiterer Nachteil ist die strikt vorgeschriebene Schriftform gewisser Verträge mit Kunden.

So müssen wir einige Verträge und Unterlagen teilweise ausdrucken, unterschreiben lassen und wieder einscannen- was aus unserer Sicht eine aktive Digitalisierung verhindert.

Nichts desto trotz sehen wir die Entwicklung als ziemlich positiv und freuen uns, dass das Thema Digitalisierung endlich auch in der Pflege Substanz gewonnen hat.