Wie erfolgt die Einstufung in einen Pflegegrad?

Bei der Einleitung einer Person in einen Pflegegrad spielen sowohl physische als auch psychische Faktoren eine Rolle, während in der Vergangenheit bei der Einleitung in eine Pflegestufe vornehmlich die körperliche Komponente als Hauptkriterium für die Pflegebedürftigkeit betrachtet wurde. Insbesondere sollen bei der Einstufung die Selbstständigkeit und die geistige Verfassung als wesentliche Parameter betrachtet werden. Diese Beurteilung erfolgt durch den Medizinischen Dienst der Krankenkassen.

Die Pflegebedürftigen werden für Zwecke der Einstufung ganzheitlich in Bezug auf ihre Selbstständigkeit bewertet. Dies erfolgt mit Hilfe einer Punktevergabe. Bei der Punktevergabe werden folgende sechs Bereiche begutachtet:

  • Mobilität (10 % Gewichtung)

  • Kognitive und kommunikative Fähigkeiten (7,5 % Gewichtung)

  • Verhaltensweisen und psychische Problemlagen (7,5 % Gewichtung)

  • Selbstversorgung (40 % Gewichtung)

  • Umgang mit krankheits-/therapiebedingten Anforderungen (20 % Gewichtung)

  • Gestaltung des Alltagslebens und soziale Kontakte (15 % Gewichtung)

Für jeden Pflegegrad gibt es in den oben genannten sechs Bereichen bestimmte Richtwerte, an denen sich die Gutachter aus den Krankenkassen bei der Bewertung orientieren. Im Ergebnis wird anhand der bewerteten Kriterien auf einer Skala von 0 bis 100 eine Einteilung in einen der fünf Pflegegrade vorgenommen.