Leistungen der Pflegeversicherung

Je nach Pflegebedürftigkeit und je nach Pflegeform werden seitens der Pflegeversicherung unterschiedliche Leistungsbeträge gezahlt. Die Hauptleistungsbeträge für die fünf Pflegegrade bestehen (abhängig von der Pflegeform) aus Pflegegeld, Pflegesachleistung bzw. ambulante Sachleistungen und dem stationären Leistungsbetrag.

Das Pflegegeld (synonym – Pflegeleistung ambulant) kann von Pflegebedürftigen in Anspruch genommen werden, welche durch Angehörige bzw. Ehrenamtliche zu Hause gepflegt werden. Die Pflegekasse zahlt in diesem Fall die Leistungen direkt an den Pflegebedürftigen. Der letzten kann dann entscheiden, wem er welche Summe für seine Pflegetätigkeiten auszahlt.

Pflegesachleistung erhält ein Pflegebedürftiger, wenn er zwar weiterhin zu Hause gepflegt wird, dies aber von einem ambulanten Pflegedienst übernommen wird. Diese Leistung dient der Sicherung der Grundpflege, der Behandlungspflege sowie der Hauswirtschaft des Pflegebedürftigen durch einen Pflegedienst. Darüber hinaus kann die Pflegesachleistung auch für eine Betreuung beansprucht werden, sofern für die Pflege und die Versorgung gesorgt ist.

Unter einer Kombileistung versteht man die Zusammenfassung ambulanter Geldleistung und ambulanter Sachleistung bzw. Pflegesachleistung, um die Pflege optimal auf die individuellen Bedürfnisse abzustimmen.

Teilstationäre Leistungsbeträge erhalten Pflegebedürftige, die sich weniger als 24 Stunden in einer Pflegeeinrichtung aufhalten. Der teilstationäre Leistungsbetrag entspricht der Höhe nach den Pflegesachleistungen.

Sollte eine pflegebedürftige Person vollstationär gepflegt werden, erhält sie den stationären Leistungsbetrag. Vollstationäre Pflege bedeutet, dass der Pflegebedürftige nicht mehr in eigenem Zuhause, sondern in einem Pflegeheim gepflegt wird.

Wie oben erläutert, erhält ein Pflegebedürftiger je nach Pflegeform, entweder Pflegegeld, Pflegesachleistungen oder den (teil)stationären Leistungsbetrag. Darüber hinaus stehen den Pflegebedürftigen sog. zusätzliche Betreuungs- und Entlastungsleistungen gemäß §45b SGB XI zu. Diese Leistungen erstrecken sich auf die folgenden Bereiche:

  • Alltagsbegleitung, die bei Dingen, die die pflegebedürftige Person noch selbständig erledigen kann, Hilfestellung bietet
  • Sonstige Dienstleistungen
  • Generell alle Tätigkeiten, die dem Pflegebedürftigen Entlastung verschaffen

Hauptsächlich fallen hierunter Haushaltshilfe, Alltagsbegleitung und Pflegebegleitung. Die Höhe dieser Leistungen beträgt 125 € monatlich und ist dabei vom Pflegegrad unabhängig. Die zusätzlichen Betreuungs- und Entlastungsleistungen können somit von jeder pflegebedürftigen Person, die ambulant gepflegt wird, in Anspruch genommen werden.

Eine Verhinderungspflege wird von der Pflegekasse in dem Fall gezahlt, wenn Sie als pflegender Angehöriger wegen eines Urlaubs oder wegen Krankheit die Pflege nicht durchführen können und daher eine Vertretung gebrauchen. Dazu müssen Sie allerdings Ihren pflegebedürftigen Angehörigen seit mindestens sechs Monaten pflegen. Die Leistungen der Verhinderungspflege umfassen maximal 42 Tage und 1.612 € im Kalenderjahr.

Neben zusätzlichen Betreuungs- und Entlastungsleistungen sowie Verhinderungspflege können Sie auch die Zuschüsse für unterschiedlichste Hilfsmittel in Anspruch nehmen, welche von den Pflegekassen gezahlt werden (z.B. Messgeräte (wenn sie unbedingt erfordert werden)).